Reisebericht Filitheyo

von Stefan Teuchert

Unser Urlaub 4.-18.10.2002 auf Filitheyo

Nun war es endlich soweit.....nach Monaten des Wartens und der Spannung....Lesen vieler Reiseberichte im Internet....Vorbuchen der Tauchpakete über Werner Lau.....sind wir am 3. Oktober um 20.30 Uhr von München nach Male geflogen. Es sollte unser erster Malediven-Urlaub werden - und soviel vorweg - bestimmt nicht der letzte. Der Flug mit Condor war sehr angenehm und mit 8.45 Stunden kürzer als erwartet. Bei der Landung war noch alles o.k. Sonne, 30 Grad, ein paar Wolken türkisfarbenes Wasser mit "Spiegeleiern" (zumindest von oben)....

Doch kaum hatten wir das Gepäckband in der Halle erreicht, hatte es in Strömen geregnet und in kürzester Zeit waren Bäche auf den Straßen - na ja die Begrüßung hätte besser sein können. Rechtzeitig zum Einstieg in das Wasserflugzeug war dann die Sonne wieder da und wir waren beruhigt - vorerst! Der Flug war ebenfalls angenehm und der Tipp mit den Ohrenstöpseln auch sehr gut, denn die Geräuschkulisse ist auf Dauer so besser zu ertragen. Es ist schon faszinierend, wenn man über diese vielen kleinen Inseln fliegt und bewundern kann, was die Natur hier geschaffen hat - einfach unbeschreiblich! Das Wetter wurde wieder schlechter und bei Erreichen unserer Insel - die haben wir natürlich sofort erkannt - recht ungemütlich. Regen, Wind und hohe Wellen. Na prima! Der Pilot fand das auch nicht so toll und hat erst einmal einen 5-6 maligen Rundflug über die Insel und die Nachbarinseln und die Plattform im Meer gemacht - in der Hoffnung es wir besser.....wurde es aber nicht.....

Also kam eine relativ harte Wasserlandung und dann ein wackeliger Umstieg in das Dhoni. Dort hatte die Crew alle Hände voll zu tun die Passagiere und das Gepäck so fest zu halten, dass Nichts und Niemand unfreiwillig einen Abgang über Bord machen würde. Die dann folgende Bootsfahrt war nichts für "Landeier". Hohe Wellen und Regen, eine schwankende Nußschale....wir hatten alle ein ziemlich weißes Gesicht und es hätte auch nicht mehr länger dauern dürfen.....

Nach 3 Stunden seit der Landung in Male hatte wir es nun endlich geschafft - man muß es sich schon verdienen! Die Begrüßung war sehr freundlich und wir haben sofort die Bunghis zugeteilt bekommen, so dass wir uns von den Reisestrapazen erholen konnten. Über die Lage und Vor- bzw. Nachteile der Bunghis wurde schon soviel geschrieben, dass hier hier nicht mehr sagen brauch. Wir sollten ursprünglich die Nr. 40 bekommen, aber nach den Vorinformationen haben wir getauscht und waren dann in Nr.68 (direkt am 6er Einstieg). Auch mit unseren Nachbarn hatten wir Glück, denn die waren so leise, dass wir teilweise gar nicht gemerkt haben in einem Doppelbungalow zu sein. Von der Größe und Ausstattung können wir auch nur bestätigen, dass es sehr schön und geräumig ist. Vor allem das Bad ist mit ca. 20qm Luxus. Aber warum es unbedingt offen sein muß ist uns nicht klar geworden. Natürlich ist es ganz schön, wenn man beim Duschen unter Palmen steht und in die Sterne sehen kann. Aber die Nachteile sind auch nicht zu unterschätzen. Bei schlechtem Wetter steht es meist unter Wasser. Es ist furchtbar schwül, da nicht klimatisiert - und da hilft auch der Ventilator wenig. Die Wäsche in den Schränken (die sind ja im Bad) ist deshalb immer klamm und evtl. Tierchen kommen auch schneller rein.

Wobei man sagen muß, dass es mit den Tierchen absolut harmlos ist. Jeden Tag wird auf der ganzen Insel von unten gesprüht und auch der Roomboy im Zimmer sorgt für Ungeziefer-freies-Wohnen. Und außer hunderten von Einsiedlerkrebsen in ihren Muschelhäuschen sieht man kaum etwas anderes. Die vielbeschriebenen Hennen und Hähne haben wir auch nicht gesehen. Es gab genau drei Hähne und zwei Hennen und die Hähne haben ihren morgentlichen Weckjob sehr ernst genommen. Man hatte das Gefühl, als ob sie wirklich von einem Bungalow zum anderen gegangen sind und Ihren Weckruf ertönen liesen (einmal um 6 und dann um 7). Der Rest muß wohl dem Buffet zum Opfer gefallen sein - mehr waren nicht da.

Wenn wir schon beim Buffet sind - eigentlich mögen wir lieber a-la-card - aber für ein Buffet war das Essen wirklich sehr gut und vor allem abwechslungsreich und vielfältig. Hier hat wirklich jeder etwas bekommen. Vor allen die frischen Waffeln beim Frühstück - ein Traum!!!! Schade war für uns nur, dass wir immer dort Essen mußten. Nachdem wir "All Inn" gebucht hatten, konnten wir z. B. nicht in der Sunset-Bar Mittags oder auch Abends essen. Hier sollte wirklich darüber nachgedacht werden, in solchen Fällen die VP oder AI entsprechend anzurechnen oder eine Alternative anzubieten. Aber AI ist nicht nötig und vor allem viel zu teuer! Erstens sind viele Dinge nicht enthalten - wie z.b. Espresso, Cappucino, diverse Coktails und alle Getränke in Flaschen. Und wer braucht Mittags ein komlettes Buffet wie am Abend???? Wenn man nicht gerade jede freie Minute damit verbringt zu Essen oder zu Trinken, dann ist die HP völlig ausreichend.
Andere Urlauber haben hier zwischen 250-400 USD für zwei Personen in 14 Tagen verbraucht und wir hatten einen Mehrpreis von 500 Euro pro Person!!! Vor allem die Happy-Hour hilft hier sparen. Da bekommt man dann die 1,5 Liter-Flasche Wasser für 1,5 USD bzw. 2 für 3 USD.

Das Personal war überaus freundlich und hilfsbereit und lies keine Wünsche offen. Uns nachdem nun auch noch der Spa geöffnet ist und man hier von sehr netten Mädchen aus Bali verwöhnt wird, dürfte der fünfte Stern für dies Insel nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auch die Angebote im Spa sind durch aus o.k. 50 Min. Ganzkörpermassage oder Gesichtbehandlung oder Fußreflexzonenmassage für 30 USD.

Da die Insel relativ groß ist und die Haupt-Treffpunkte weit genug auseinander liegen, kann man doch sehr viel Laufen und bekommt keinen Insel-Koller. Auf den Hauptwegen kann man auch ohne Schuhe gehen - was wir auch die meiste Zeit gemacht haben. Nur am Strand und ins Wasser sollte man Schuhe tragen wegen der Korallen.

Last but not least...Tauchen und die Basis. Die Basis ist sehr professionell, sauber und ordentlich - da hat man ab der ersten Minute vollstes Vertrauen. und die fachliche Beratung z. B. zum Thema Blei und Atmen etc. habe ich so vorher auch noch nicht erlebt. Und der Nitrox-Kurs wir nicht nur mir in Erinnerung bleiben - oder Jack???

Nach meinen bisherigen Erfahrungen muß ich wirlich ein dickes Kompliment und ein großes Lob an die Crew aussprechen.Ob Karin, Richard, Jack (bzw. Herwig wie er mit brügerlichem Namen heißt), Kay, Ibrahim und Stefan und die Jungs mit den Flaschen und auf den Dhonis - einfach super nett und kompetent und ich beneide Euch nicht, denn Ihr habt einen Knochen-Job! Jeden Tag von morgens um 7 bis abends teilweise um 21 Uhr und das 6-7 Tage die Woche - alle Achtung! Ich kann nur hoffen, dass der Werner das weiß und Euch möglichst lange hält!

Die Tauchgänge waren aufgrund der teilweise schlechten Sicht und unterschiedlichen Strömungverhältnissen ganz gemischt. Und das man regelmäßig auf Großfische stößst ist absolut übertrieben. Da gehörte wie immer Glück dazu. Und für Anfänger oder Taucher, die gerne ruhig tauchen ist es schwierig. Durch die Strömungen wird es doch meist sehr anstrengend und anspruchsvoll.
Hier hätte ich auch noch eine Anregung: Wenn man morgens und nachmittags mit dem Boot raus fährt und bei Anfahrtzeiten von bis zu einer Std. sowie Tauchzeiten von 40-60 Min., steht der Zeitaufwand für´s Bootfahren nicht im Verhältnis zu Tauchzeit und der ganze Tag ist ausgeplant. Hier wäre es schön, wenn zusätzlich "Two-Tank-Dives" angeboten werden würden, dann hätte man mehr davon.

Ein besonderes Lob und vor allem Dank an Richard und Kay. Die haben es nämlich geschafft, dass meine Frau - trotzt ihrer Angst vor Fischen - Schnuppertauchen war und es so toll fand, dass sie im nächsten Urlaub einen Tauchkurs machen möchte! Also vielen herzlichen Dank noch einmal dafür!!!!

Was man abschließend erwähnen muß ist die fantastische Ruhe. Außer Wind und Wellen und morgens den Hahn hört man gar nichts!!! Also wer Ruhe und Erholung sucht kommt auf Fili voll auf seine Kosten.
Ach ja - das Wetter.....ich hatte ja anfangs geschrieben das es so schlecht war....der zweite Tag war auch so und wir waren verzweifelt, doch am dritten Tag kam die Sonne und danach kam der Regen meist nur noch Nachts oder am Abend bzw. kurze Schauer am Tag und das war o.k. Am Schluß stand es 10 zu 4 für die Sonne! Aber so ist das halt im Oktober.

So nun sind wir wieder da und die Rückreise war bei schönem Wetter und da haben wir dann erlebt, wie ein Wasserflugzeug normalerweise landet.Leider habe ich mir doch noch ein sehr unschönes Souvenier mitgebracht. Eine richtig böse Ohrenentzündung und die hat mich mit starken Schmerzen jetzt fast vier Tage außer Gefecht gesetzt. An dieser Stelle schöne Grüße an Willi und Lisa sowie Sabine, denn wissen von was ich rede - und ich konnte auch nicht mehr richtig Essen! Also Vorsorgen ist besser als Ohrenentzündung.

Trotzdem bleibt die schöne Erinnerung an Filitheyo und ich denke, wir werden noch öfter die Malediven besuchen.

Stefan und Astrid aus München

 

 

 

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