Reisebericht Filitheyo März 2003 (19.03.-02.04.)
Der Flug mit LTU direkt von Düsseldorf nach Male war ganz okay, jedoch finde ich die Platzverhältnisse auf den Langstreckenflügen immer wieder eine Zumutung, fast menschenverachtend. Freigepäck ist 20kg und zusätzlich 30kg für das Tauchgepäck. Achtung, der Weitertransfer mit dem Wasserflugzeug hat nur insgesamt 25kg inklusive Handgepäck frei. Fürs Übergepäck zahlt man normalerweise 2US$ pro kg.
Es kann mal passieren, dass bei zu viel Gepäck auf einem Wasserflieger das ein oder andere Gepäckstück nachgeliefert wird, so ist es auch uns passiert, es kam zwei Stunden später nach. Also immer den Badeanzug und Badehose ins Handgepäck, so dass man sofort ins Wasser hüpfen kann.
Nach über 9 Stunden Flug kamen wir endlich in Male an. Nach Ausfüllen der Einreisekarte schon im Flieger geht es relativ zügig durch die Passkontrolle.
Wenn man dann sein Gepäck bekommen hat, wird man zum Terminal für die Wasserflieger, "Maldivian Air Taxi" gebracht. Die ca. 5 Schalter sind dort übersichtlich nach Inseln geordnet. Dort wird das Gepäck gewogen und dann sofort das Geld für das Übergepäck "kassiert". Nach kurzer Zeit wurde unser Flug aufgerufen und der tolle Flug mit dem Wasserflieger konnte beginnen. Es war ein Traum, diese Sicht von oben auf das türkise Wasser und die Inseln, einfach klasse.
Nach ca. 35 Minuten Flug (mit einer Zwischenlandung auf White Sands) und ca. 15 Minuten Dhoni-Transfer betraten wir unsere Insel Filitheyo.
Nach Ankunft auf der Insel wird man freundlich begrüßt, und bekommt eine frische Kokosnuss, einen Massagegutschein, eine kleine Einweisung und den Zimmerschlüssel. Dann geht man mit den Kofferträgern zu seinem Bungalow.
Die gesamte Insel ist übrigens sehr leise, tagsüber hört man höchstens ein paar Kinder in der Nähe, nachts ein paar Tiere.
Auf der Insel gibt es Standard-, Deluxe- und Wasserbungalows.
Die Wasserbungalows haben die Nr. 23 bei 38 und liegen ca. 100m vor dem Strand mit der Sunset-Bar mit Swimmingpool. Auf der Terrasse von den Wasserbungalows kann man toll den Sonnenuntergang beobachten.
Die Deluxebungalows stehen einzeln beginnend mit Nr.5-22. Sie stehen ca. 30m vom Wasser am Sandstrand z.T. mit einzelnen Palmen und Büschen bewachsen.
Die Standardbungalows sind Doppelbungalows. D.h. man teilt alle Sorgen mit seinem Nachbarn, wenn diese etwas lauter sind. Doch wir haben da Glück gehabt und es hat uns nichts gestört oder war zu laut...Sie stehen ca. 30 m vom Strand weg. Zwischen Bungalow und Strand durchgängig mit meist Palmen bewachsen, so dass dort viel Schatten ist. Meist hat man jedoch noch einigermaßen freie Sicht auf das Meer. Bis Bungalow 104 ist der Strand einfach zu erreichen, ab dort ist der Strand entweder gar nicht mehr da oder einen halben Meter tiefer. Bis Bungalow 104 ist eigentlich alles zu empfehlen. Je größer die ZimmerNr. um so weiter muss man auch zu dem Restaurant, der Tauchschule dahinter und der Mainbar daneben laufen. Man braucht ca. 15 Minuten von den dreistelligen Zimmer-Nummern aus. Man durchquert einmal die Insel, die Wege sind deshalb auch meistens schattig. Leider sind nicht alle Wege so sandig, dass man komplett barfuß laufen könnte. Geht zwar schon, piekst aber schon manchmal.
Zum Essen brauche ich eigentlich nicht ganz so viel zu sagen, ausser dass es wirklich hervorragend war. Besonders natürlich das Mittag- und Abendessen mit großer Auswahl und super Qualität.
Im Restaurant bekommt man einen eigenen Tisch und Kellner zugeteilt. Zu Trinken gibt`s die üblichen Sachen. Säfte ca. 0,3 Liter Glas kosten 2,5 US$- 3 US$, Cola 2,5 US$, 1,5 Liter Wasserflasche 3 US$. Bei All-Inclusive ist nicht alles inklusive, aber manches billiger, Wasser z. B. 1,5 US$.
Die Tauchschule wird zur Zeit von Barbara geleitet. Mit ihr gibt es noch Uwe, Karin, Nicole und den Italiener Andrea die deutsch sprechen. Dann den Japaner Taka, und Ibi einen einheimischen Tauchguide.
Die Ausfahrten mit dem Boot beginnen um 09.00 Uhr und um 14.30 Uhr. Zur Auswahl stehen ca. 45 Tauchplätze. Unregelmäßig (alle 2-3 Tage) wird eine Ganztages-Tour zum Matapoint angeboten, Fahrtzeit ca. 85 Minuten.
Man sollte ca. 20 Minuten vor den Abfahrten da sein, damit man sein Tauchgerödel zusammenbasteln kann. Die Flaschen und Ausrüstung werden aufs Boot gebracht. Dafür muss man 0,5 US$ an die "Tankboys" zahlen.
Es werden 3 verschiedene Ausfahrten angeboten. Das rote, grüne, und blaue Boot. Das blaue Boot kann nur mit mind. 40 Tauchgängen gebucht werden. Bei dem Roten und Grünen Boot wird ein Tauchguide/Lehrer als Begleitung bei weniger als 40 TG gestellt. Der Grund hierfür liegt in den Tauchplätzen. Bei dem blauen Boot werden immer Tauchplätze ausgesucht, die viel oder sehr viel Strömung haben. Meistens am Aussenriff gelegen. Wenn man also nicht so viel oder keine Strömung will oder kann, sollte man auf das Boot verzichten. Die anderen Boote fahren meistens ruhiger gelegene Plätze an.
Die Ausfahrten dauern zwischen 5 und 50 Minuten und auf die Boote passen max. 14 Personen die in zwei Gruppen mit Tauchlehrer bzw. Guide aufgeteilt werden.
Da ca. 50 % Deutsche auf der Insel sind, findet das Briefing immer in Deutsch und Englisch und öfters auch auf Japanisch statt.
Die Betreuung ist sehr freundlich und professionell. Jeder der Tauchbasis-Crew ist hilfsbereit und beantwortet geduldig alle Fragen.
Auf der Basis werden die üblichen Kurse für PADI bzw. Barakuda angeboten. Nitrox ist auch verfügbar. Wenn man einen Nitrox Kurs (126 US$) macht, kann man anschließend umsonst Nitrox tauchen, sonst Aufpreis 5 US$/TG.
Sicherlich sind die Korallen noch sehr vom Coral Bleaching belastet, doch haben sich die Riffe schon wieder an einigen Stellen sehr gut erholt. An einigen Plätzen habe ich keinen Unterschied zu den Riffen in Ägypten gesehen. Aber im Vergleich zu Ägypten: Fische gibt es reichlich, man taucht manchmal in einer richtigen Fischsuppe, einfach klasse.
Zu beobachten sind vielfach große Fischschwärme aus winzigen Fischen bis zu riesigen Barakudas. Napoleon-Fische haben auch Stammplätze, genauso wie Schildkröten und Riffhaie. Aber auch Adler- und Stachelrochen, und Lobster gibt es zu bewundern. Und das tollste, all dies ist auch am Hausriff zu finden. Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, kann man all dies am ziemlich großen Hausriff, das überall außer im Norden, beschnorchelt, bzw. betaucht werden kann, finden. Und am Mantapoint gab es fast jedes Mal (in den 2 Wochen wo wir da waren) mindestens 1 Tier...
Was auch noch erwähnt werden sollte: Ich habe noch nie soviel entzündete Ohren auf einmal mitbekommen wie in diesem Maledivenurlaub und war leider auch selbst sehr betroffen, so dass ich 5 Tage nicht tauchen konnte. Was das für mich bedeutet hat, brauche ich wohl keinem zu erzählen, der dieses Hobby mit mir teilt...
Also: Man muss super aufpassen. Die Ohren immer mit Süßwasser nach dem Tauchen oder Schnorcheln ausspülen, möglichst keine oder nicht so kalte Klimaanlage verwenden usw.
Fazit:
Alles in allem, abgesehen von meiner Krankheit und dem nicht ganz so typischen Wetter für diese Jahreszeit, war es ein sehr schöner Urlaub. Das Tauchen hat Spaß gemacht, wir haben sehr viel gesehen und es genossen. Die Insel ist wirklich sehr schön, die Unterkunft ließ keinen Grund zum Meckern, der Service und das Essen waren spitze...
Also, wir könnten direkt wieder Koffer packen und losfliegen!!