Unterwegs mit Captain Kirk!
Auf dem Tauchboot oder auch zu anderen Gelegenheiten hatte man schon des öfteren die tollsten Dinge über den Tauchgleiter gehört. Vor allem hörte man von jedem, der es schon einmal ausprobiert hatte, immer: „Das musst Du unbedingt auch einmal machen!!“ Und ich machte ...
Zur verabredeten Zeit sollten sich die zwei Tauchbuddies und meine Wenigkeit an der Tauchschule treffen. Einer meiner Begleiter in spe hatte zwar etwas „verschlafen“ (14.00 Uhr), aber dennoch konnte schließlich noch rechtzeitig die Einweisung in unsere „Tauchflugzeuge“ beginnen. Kurz und knapp erfolgte die Erklärung der notwendigen Handgriffe, um unsere Gefährte zu bedienen, sie nach dem Tauchgang gefahrlos wieder an Bord des Schiffes zu bekommen und wie wir uns verhalten, falls in der größten Tiefe eine Reparatur notwendig wird .....
Dann ging es auch schon los! Gespannt nahmen wir die Scooter (SCUBAPRO Sea-Glider) in’s Wasser, und nach einem kurzen check hieß es: „Abtauchen!“ Jack, alias Captain Kirk, vorne weg, wir drei hinterher. Nun gaben wir das erste Mal „Vollgas“, und stachen in die Tiefen des „dunklen Raumes“. Ja, es war deutlich dunkler als sonst, da wir uns in einem engen Kanal befanden. Nur das Licht von oben schimmerte bis auf den Grund in ca. 60 Meter Tiefe, der nur schemenhaft zu erkennen war. Es war ein Traum!!, ein nicht zu beschreibendes Gefühl! Die noch nie erlebte Geschwindigkeit beim Tauchen, unser commander vorneweg, wir im Gleitflug hinterher. Waren da Haie oder ausgewachsene Barrakudas zu sehen? Die Strömung zur Wechselzeit von Ebbe und Flut lockte nicht nur uns an. Wir flogen durch’s Halbdunkel, plötzlich gab captain Kirk das Signal zum Stoppen, kurze „Beratung“ in 30 Meter Tiefe: tatsächlich am Grund des Kanales waren ca. 1,80 m lange Haie, und auch ausgewachsene Barrakudas. O.K., ....... und weiter. Wir flogen Formationen hinter unserem captain, gerade wie es manchmal die Situation ergab. Das Fliegen war ein unglaublich erhebendes Gefühl: Langgestreckt, nur eine Blasen-Fahne hinterlassend, ging es auf Entdeckungsreisen in die unendlichen Weiten. Wir Buddies nahmen nach einer Richtungsänderung plötzlich eine Position nebeneinander ein, und ich in der Mitte. Blick nach links: alles o.k., aber der Blasenstrom meines Buddys sah unglaublich malerisch aus, irgendwie gar nicht richtig zu beschreiben, ein Komet also... Blick nach rechts, ebenfalls in voller Fahrt: Auch ein Komet!, irgend etwas gestreckt mit beiden Händen haltend, und im Hintergrund ein Korallenriff!...
So zogen wir durch die unendlichen Weiten, plötzlich gab captain Kirk ein Haltesignal, Versammeln, und: ... erneut Großfische, Haie und Barrakudas größer als 1 Meter ca. 20 Meter unter uns. Ich hatte sie gar nicht gesehen und war froh, dass unser captain so einen guten „Fischblick“ hat. Kurzer Check der Rest-Nullzeit, und weiter ging es, das unvergleichliche Schweben in Raum und Zeit, bereit, weitere „Aufträge“ von unserem captain zu erhalten. Mein Raumgleiter war offensichtlich der stärkste, und so durfte ich des öfteren aus voller Fahrt Pirouetten drehen, um meinem captain nicht zu enteilen. So erkundeten wir auch noch die Südseite des Tauchplatzes (Filitheyo: Little channel NORTH and SOUTH), waren voller Eindrücke.
Ein unglaublicher Tauchgang, meine Euphorie dauerte noch mindestens 1 Woche, noch heute denke ich gerne und voller Dankbarkeit zurück, so etwas schönes erlebt zu haben. Vor allem bin ich auch taucherisch fasziniert von der Planung des Tauchgangs durch Jack, denn ich schaute das eine oder andere mal während des Tauchgangs zunächst „überrascht“ auf meinen Computer, was er bezüglich der Dekompression anzeigte. Aber voller Vertrauen auf meinen captain nahm ich die ungewohnten (aber bei der Einweisung angesprochenen) Computeranzeigen zur Kenntnis, und mein Vertrauen wurde in keiner Weise enttäuscht. Es war einzigartig, mein schönster Tauchgang bisher, wenn man auch keinen direkten Vergleich mit der Begegnung eines 2-Meter-Napoleon machen kann.
Tauchen mit dem Scooter – eine unvergleichliche Dynamik, einfach fliegen in Raum und Zeit ....
Meine Frau und ich waren im Juni/Juli 2003 auf Filitheyo. Die Insel hat auch sonst noch allerhand zu bieten. Alle Voraussetzungen sind erfüllt, um seinen Urlaub erholsam zu verbringen.
Was ich vor dem Urlaub im Internet gelesen hatte, ist tatsächlich in diesem Jahr neu: Tauch- bzw. Übergepäck muss, beim Weitertransport mit Air-Taxi auf die Urlaubs-Insel, bezahlt werden. Die in den vorangegangenen Jahren meist geübte Kulanz ist aufgehoben. Befördert das Charter-Flugzeug das Tauchgepäck noch gratis, muss neuerdings konsequent für das am Air-Taxi-Schalter abgegebene Gepäck bezahlt werden. Jedes Kilogramm kostet 2 US$ (über 25 Kg pro Person), der Rücktransport von der Insel ist inclusive.
Es waren wieder wunderschöne Ferientage auf den Malediven, die wie immer, letztlich zu schnell vergingen und man gern noch einige Wochen oder auch Monate angehängt hätte.
Ein Dank von dieser Stelle nochmals allen Bediensteten der Insel. Auch die sehr gute Küche sei erwähnt, die besonders auch Freunden asiatischer Fisch-Spezialitäten entgegen kommt. Danken möchte ich auch ganz besonders dem Team der Tauchschule Werner Lau, insbesondere auch für die Möglichkeit „ferne Welten“ zu erkunden.
Stephan Hinzmann