Nachdem wir die letzten 5 Jahre unseren Urlaub auf Vilamendhoo verbracht haben freuten wir uns auf das neue Diving-center von Werner und Lilly Lau und damit auf die Insel Filitheyo. Allein der Gedanke die einzige Touristeninsel im Atoll zu sein war abenteuerlich.
Schon beim Anflug konnten wir die Schönheit der Insel von oben genießen. Dichte Vegetation in der die mit Palmblättern gedeckten Bungalows eingebettet sind, wunderschöner Sandstrand und natürlich die für die Malediven charakteristische türkisblaue Lagune.
Der Wasserflieger landet ein ganzes Stück von der Insel entfernt. Das bedeutet zwar eine Bootsfahrt von ca. 20 Minuten, aber dafür bekommt man auf der Insel selbst das An- und Abfliegen nicht mit. Über den Ankunftssteg gelangt man in den stilvoll gestalteten Rezeptionsbereich mit Springbrunnen, Grünpflanzen und einladenden Sitzecken und natürlich alles offen gehalten. "Welcome to Paradise" kann man dazu nur sagen! Die Insel selbst ist wunderschön bewachsen mit vielen Palmen und tropischer Vegetation. Man hat es wirklich verstanden die Insel so ursprünglich wie möglich zu halten. Ein Spaziergang ist der reinste Genuss und wir haben es reichlich ausgekostet.
Unser Bungalow: auf der Südseite, direkt am Strand gelegen, eingerahmt von Palmen und geschmackvoll ausgestattet. Selbst bei der Strandliege und den Sesseln hat man auf Natürlichkeit geachtet und hat Holz dem Kunststoff vorgezogen. Das Badezimmer ist sehr großzügig und, ganz wichtig, halboffen. Es gibt doch nichts schöneres, als unter freiem Himmel zu duschen und dabei durch die Palmblätter in die Sonne zu blinzeln. Selbst die Klimaanlage ist komfortabel, flüsterleise und mit der Fernbedienung auf das Grad genau zu regulieren - gerade für uns "schnupfenpanische" Taucher sehr bequem.
Zwei Bars gibt es auf der Insel, einmal die Lotusbar neben dem Restaurant, persönlich und gemütlich. Die zweite ist die Sunset-Bar an der auch der Swimmingpool ist. Traumhaft schön. Die Poolseite zum Meer hat genau Wasserhöhe, so dass es aussieht als ob man direkt in der Lagune sitzt. Bei dem Ambiente schmecken der Cocktail und das Bier gleich doppelt so gut. Häufig sahen wir von hier Delphine im Kanal vorbeiziehen und sogar einen Manta, der regelrecht aus dem Wasser sprang,unglaublich.
Auch der Restaurantbereich ist ansprechend und sehr natürlich eingerichtet. Auch hier, ebenso wie in den Bars, Sandboden, herrlich! Das Büffet reichhaltig und das Essen ganz hervorragend. Wenn man hofft ein paar Pfunde loszuwerden, dann kann man das vergessen, es sei denn man hat einen eisernen Willen und kann all den Leckereien widerstehen. Zum Glück gibt es auf der Insel einen Fitnessraum wo man das "Mousse au Chocolat" wieder abarbeiten kann. Der Service sowohl im Restaurant, als auch an den Bars und im Zimmer war hervorragend. Stets gepflegt, aufmerksam, freundlich und niemals aufdringlich.
Das Tauchen auf Filitheyo ist ganz einfach sensationell. Die Tauchschule - wie von Diving-Centers Werner Lau nicht anders zu erwarten - gut bestückt, ordentlich, sauber, gepflegte Ausrüstungen, kompetente und freundliche Betreuung durch die Tauchlehrer und Crew. Und da man dort auch weiß, dass die Geschmäcker der Taucher verschieden sind, gibt es immer mindestens zwei Boote. Eines für die, die es ganz gerne etwas ruhiger angehen oder fotografieren möchten und eines für die, die erst ab einer 5er Strömung auf der "Werner'schen" Richterskala richtig Spaß haben. Egal für was man sich entscheidet, es gibt immer viel zu sehen.
Filitheyo, wie bereits schon erwähnt, ist die erste und einzige Touristeninsel in diesem Atoll. Das bedeutet auch, dass die Tauchplätze erstens nahezu unberührt sind und zweitens muss man nicht damit rechnen sich den Tauchplatz mit 3 anderen Tauchbooten teilen zu müssen.
Man findet fantastische Riffformationen mit jeder Menge Weich- und Hartkorallen. Eine Farbenpracht, die in starker Konkurrenz mit den vielen bunten Fischschwärmen steht. Egal was wir gesehen haben, es war von allem immer ein bisschen mehr und alles ein bisschen größer als gewohnt. Viele wunderschöne Bilder haben wir in unseren Erinnerungen festgehalten, wie der Barrakudaschwarm, der wie eine silberne Wand in der Strömung steht - der Schildkröte, die gerade im Riff speist und mit dem Gorgonienwald dahinter wirkt, wie direkt aus der "Unendlichen Geschichte" entsprungen - den Riffhaien, die an der Riffkante entlang durch skurril gewachsene Korallenformationen patrouillieren - die 5-köpfige Napoleonfamilie, die spielerisch umeinander kreist - der Fledermausschwarm, der uns den ganzen Tauchgang begleitet und dabei an unseren Flossen knabbert - der Stachelrochen, der statt reißaus zu nehmen mitten in die Tauchergruppe schwimmt, wahrscheinlich um sich diese ungelenken bunten Dinger namens "Taucher" mal aus der Nähe zu betrachten - die riesigen Thunfische, die wie metallschimmernde Roboter im Kontrast gegen das Blauwasser im Hintergrund wirken - das fantastische Farbenspiel als der Schwarm der Blaustreifenschnapper den Füsilierschwarm teilte und die Makrelen dahinter silbern schimmerten. Meistens neigte sich mitten im Programm die Luft dem Ende zu und die 60 Minuten vergingen auch immer wie im Fluge.
Adlerrochen waren bei fast jedem Tauchgang dabei und nicht nur wir hatten das Glück diese auch in Formation von mehr als 10 Stück zu erleben. Mobulas sind ebenso häufige Begleiter, einzeln und auch in Formation! Das sind die Momente wo man seinen Computer kontrolliert um sicher zu gehen, dass sich dieses Bild nicht schlicht und einfach durch einen Tiefenrausch erklären lässt. Riffhaie stellten sich bei jedem Tauchgang ein und der ein oder andere Kapitale war auch dabei. Grauhaie sind schon seltener, aber ziemlich sicher an einigen Tauchplätzen anzutreffen und immer wieder ein faszinierender Anblick. Den Blue Marlin haben wir vom Boot aus springen sehen und das andere Boot sah sogar einen mit gespanntem Segel! Der "Mantapoint",obwohl noch als "Explorer" ausgeschrieben, da wir bereits kurz nach Eröffnung der Insel dort waren, war vielversprechend. Wir hatten das Glück dort einen Walhai (What a beauty!) zu sehen, während die andere Gruppe die Mantas hatte. Walhaie wurden sogar mehrmals gesichtet, beim Tauchen, beim Schnorcheln und sogar am Hausriff.
Apropos Hausriff, dieses muss sich absolut nicht hinter den anderen Tauchplätzen verstecken. Die 7 Einstiege versprechen viel Flexibilität und das bis hier beschriebene Unterwasserprogramm ist auch dort zu finden. Die Insel kann man beim Tauchen und Schnorcheln, bis auf die Ostseite, da Außenriff, umrunden. Der angebotene Flaschenservice der Tauchbasis garantiert ein bequemes erreichen der Einstiege ohne die übliche Schlepperei. Auch Early Morning Dives und natürlich Nachttauchgänge sind möglich. Ach ja, nicht zu vergessen das Scootertauchen! Es macht Riesenspaß und ist unbedingt zu empfehlen.
Dieser Urlaub war von Anfang bis Ende vollgepackt mit Erlebnissen und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten, den wir ganz sicher wieder auf Filitheyo verbringen werden.
Angela Bailey
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