Reisebericht Medhufushi

von Christian

Zurück seit Mittwoch, 15. September 2004 / Aufenthalt 7 Tage /

Ich möchte gleich zu Anfang erklären, dass ich hier in diesem Reisebericht Angelegenheiten anspreche die mir sehr wichtig erscheinen und anderen Personen vielleicht völlig egal sind. Deshalb habe ich bei solch einem Reisebericht etwas Bauchweh. Ich habe mich selbst im Vorfeld vor der Buchung wegen "negativen" Reiseberichten so runterziehen lassen, dass ich mit keinem guten Gefühl nach Medhufushi geflogen bin und habe im nachhinein gedacht, warum hat denn niemand die wichtigen Sachen geschrieben, wie zum Beispiel, dass man sich um Himmelswillen vorher genau erkundigen soll, ob man in Sri Lanka / Colombo (wir flogen mit LTU) zwischenlandet und nicht nur das Wort Zwischenlandung nennt sondern auch genau erklärt was das bedeutet, dass man hier auf jeden Fall aus der Maschine raus muß (was ich nicht wußte) durch sämtliche Durchleuchtungskontrollen, Passkontrollen, nochmals Check der Boardingkarten des Fluges von Frankfurt aus (den ich irgendwo in meine Tasche gesteckt hatte und auf die schnelle nicht mehr fand) vorzeigen mußte, man dann in einen Transitraum kam, nochmals Passkontrolle und dann nochmals Boarding in die gleiche Maschine machen mußte. Also nichts für schwache Nerven (nach bereits 10stündigem Flug und noch weiteren 2,00 Stunden andauernde Fludauer). Alles in allem verbrachten wir damit 1,15 Std., bis wir wieder in der Maschine saßen. Ein weiterer sehr sehr wichtiger Punkt sind Englischkenntnisse, wobei ich schon nicht mehr von Kenntnissen sprechen möchte sondern davon, dass man sich "zwischenmenschlich" perfekt unterhalten können sollte; sonst verliert man hier den wesentlichen Kontakt zu den Angestellten. Auch ganz wichtig sind alle Detail-Englisch-Kenntnisse einer Trink und Speisekarte. Am Buffet ist alles in englisch ausgeschildert, wobei man nicht nur Sea-Food nennt sondern auch (sofern man wie ich nicht alle Fisch- und Schalentiere isst) definiert in englisch den Tintenfisch, die Muscheln, die Austern und und und kennen sollte. Das gleiche gilt für die Getränke, auch hier sollte man sich genau mit der englischen Sprache auskennen. Ich betone, wir sind auf Medhufushi angekommen und wurden in Englisch eingewiesen mit Erklärung der Tischreservierungssitation, der Örtlichkeiten wie Speisesaal-Lage, Pool-Lage, Bungalow-Lage etc. sowie der zu buchenden Ausflüge (zwei an der Zahl). Es gibt lediglich auf der Tauchbasis von Werner Lau (die absolut spitzenmässig ist) deutschsprachiges Personal, die jedoch mit dem eigentlichen Hotel-Management nichts zu tun haben; die jedoch bei Sprachproblemen mit Sicherheit behilflich sind. Ich möchte hier nicht die Zeilen vergeuten, mit Preisen was das Wasser oder die Trinks kosten, dass steht zur Genüge auf allen anderen Seiten.

Wir sind mit der Maschine LTU ab Frankfurt 22.30 Uhr geflogen. Ich muß hierzu sagen, dass sofern man es sich finanziell leisten kann man unbedingt First-Class fliegen sollte. (Aufpreis für zwei Personen 1.500,00 Euro). Es war eine enorme Erleichterung der Beinfreiheit und den Sitz fast zu einer Liege umzufunktionieren ermöglichte auch ein Einschlafen. Im Flugzeug gab es, direkt als wir an Bord und in der Luft waren Essen (nicht nur für die First Class-Menschen sondern auch für alle Anderen). Durch die Zeitverschiebung im Sommer auf den Malediven 3,00 Stunden weiter und im Winter 4,00 Stunden weiter, wird es leider bereits sehr sehr früh am Morgen hell und sofern irgendjemand sein Schott am Fenster nicht zu hat, wird man hier sehr schnell durch die Helligkeit wieder wach. Wir landeten in Sri-Lanka/Colombo etwas verspätet um 12.15 Uhr Male-Zeit. Bis wir wieder an Bord waren war es 13.30 Uhr. Wir konnten nicht starten, da ein Flugzeug seine Ziehstange abgebrochen hatte und vom Rollfeld geschafft werden mußte. Dies verzögerte den erneuten Start um ca. 25 Minuten. Wir landeten in Male auf dem Flugplatz um 15.30 Uhr. Bitte nicht von den Zeiten irre machen lassen den in Sri-Lanke ist wieder eine andere Zeit wie in Male. Bis wir die Koffer hatten verging ca. ½ Stunde. Beim Ausgang des Flughafens haben wir dann (hier standen eine Menge Leute mit vielen Schildern, ich wußte jedoch nicht was steht auf dem Schild entweder LTU / Medhufushi / Stop Over Reisen ) deshalb fragten wird natürlich in englisch wie es weiter geht nach Medhufushi. es kam sofort jemand der unsere Koffer in einen Bus verbrachte und uns bat in den Bus einzusteigen, wir würden jetzt direkt zum Wasserflugzeug gebracht. Diese Fahrt dauerte nur ca. ¼ Stunde. Die Koffer wurden ausgeladen und wir mußten uns an einem Schalter melden und erklärten, dass wir zu der Insel Medhufushi wollen. An dieser Stelle wird jetzt das gesamte Gepäck (auch Handgepäck verwogen) bei jedem Kilo Übergewicht über 20 Kilo pro Person werden 2,00 Doller fällig die direkt vor Ort gezahlt werden müssen (hierin ist auch bereits der Rückflug nach dem Urlaub von Medhufushi wieder nach Male bereits gezahlt, ich habe mir nämlich den ganzen Urlaub über Gedanken gemacht wie das rückwärtig wohl gemacht wird. Also diese Gedanken verdrängen, einmal gezahlt kommt nichts mehr). Nun bekommt man eine Nummer in die Hand gedrückt und einen Trinkbon für ein Getränk und auf englisch mitgeteilt, dass man sich bitte noch hinsetzen sollte, etwas trinken möchte und warten bis seine Flugnummer und der Name Medhufushi gerufen wird. Dies dauerte ungefährt wieder 30 Minuten. Wir stiegen in das Wasserflugzeug mit dem ganzen Gepäck ein (es passen 16 Leute rein und das Gepäck man soll es nicht glauben aber es geht). Wir flogen zunächt eine andere Insel an (landen ausladen, wieder starten) und dann zu Medhufushi. Als wir dort landeten waren ca. 1,00 Stunde im Wasserflugzeug vorbei. Wir landeten dann auf Medhufushi um 17.45 Uhr. Man muß bedenken, dass es im September um ca. 18.30 Uhr bereits stockdunkel ist und die Dunkelheit kommt ganz extrem schnell wegen der Äquatornähe. Ich war sehr enttäuscht, das es jetzt schon so spät war. Ich habe jetzt seit Mittwoch-Abend 22.30 Uhr im Flugzeug gesessen und komme am Donnerstag-Abend um 17.45 Uhr an meinem Urlausziel an. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass 1 Woche (noch dazu wenn man nicht First Comfort Class fliegt) einfach gemessen an den Strapazen absolut zu wenig ist, man sollte es nicht tun; nach meiner Erfahrung. Wir mußten in Sri-Lanka in das hintere Teil des Flugzeuges einsteigen und mußten bis zur Comfort Class durch den gesamten Innenraum. Es war für mich eine schlimme Vorstellung in der Mitte mit 5 "fremden Personen" auf engstem Raum zusammengepresst zu sein und dort 12,00 Stunden so zu sitzen bzw. eventuell zu schlafen. So viel Platz wie die dortigen fast 300 Personen hatten hat die First Comfort Class mit 50 Personen (sofern diese Klasse ausgebucht ist; bei uns waren auf dem Hinflug 10 Leute und auf dem Rückflug 6 Leute). Die Vorstellung mit 300 Personen 2 Toiletten zu benutzen ist auch nicht berauschend. An dieser Stelle, ich bin keine reiche Tussi und kann nicht mit dem Geld um mich werfen, aber ich hatte in diesem Urlaub durch einen glücklichen finanziellen Umstand die Möglichkeit einmal in meinem Leben First-Class zu fliegen, da dies auch bei meinen 43 Jahren der weiteste Flug bisher überhaupt war. Also auch hier die Körperausmaße bedenken (Größe, Schwere, Krankheit etc.) und sich bitte nicht überschätzen.

So auf der Insel angekommen. Man kann nur sagen es ist einfach ein Traum. Die Beach-Bungalows direkt am Strand gelegen (ich habe wahnsinnig viele Fotos beigefügt auf denen das alles zu erkennen ist). Super eingerichtet mit Mini-Stereoanlage, Fernseher (nur englische Programme ausser 1,0 STd. am Abend Nachrichten in Deutsch), Klimaanlage, super großes Bett, tolle Veranda mit 2 Liegestühlen, einer Sitzgruppe mit Tisch, einer Schaukel auf der es sich mit angezogenen Beinen auch liegen lässt. Das Frühstücksbuffet einfach fantastisch auch das Abendbuffert super gut für alle etwas da (auch für solche die nicht unbedingt jeden Fisch essen). Ich habe im Vorfeld in den Reisbeberichten von Ratten gelesen. Ich habe am Abend als wir auf unserer Veranda vor dem Beach-Bungalow saßen 2 x eine Ratte gesehen (wobei mein Mann meinte es sei die gleiche die lediglich joggen würde). Ungeziefer habe ich ausser Ameisen keine gesehen. Es stehen jedoch Vernichtungsspray-Dosen zur Verfügung. An das Bad im freien (keine Angst es sind Wände vorhanden und ein Dach vorhanden nur das Dach ist im Höhengegensatz zu Wänden viel höher und somit im gesamten halt offen) mußte ich mich persönlich gewöhnen. Wir haben die Klimaanlage auf 20° gestellt und ich muß nun halt mal (ich trinke viel Wasser über den Tag) oft nachts raus zur Toilette und der derartige grasse Klimawechsel von nachts 28-30° zu der Klimaanlage ist natürlich ganz extrem. Auch muß man sich an die kleinen Eidechsen gewöhnen (Geckos) die jedoch wirklich absolut nichts tun. Es hat 2 x geregnet in der einen Woche, aber nur ca. 1.00 STunde ohne auch nur die geringste Abkühlung. Also auch ruhig während des Regens am Strand bleiben macht gar nichts. Nach dem Regen war es sofort wieder normal schön. Normal schön deswegen, da man sich die Malediven nicht mit strahlend blauem Himmel vorstellen darf. Das war kein einzigstes Mal in der Woche und ich habe mir sagen lassen das sei auch nicht so. Aber das fällt wirklich überhaupt nicht auf, im Gegenteil man ist froh wenn die Sonne "verschleiert" ist, dann hält man es wenigstens in der Sonne überhaupt aus. Ansonsten ist die Insel ganz dicht bewachsen mit diversen Sträuchern und vor allem wunderschönen Palmen in allen Größen und ich habe ich immer und immer wieder gefragt als ich so von unter der Palme liegend in die Palmenkrone gesehen habe und dort über 120 Kokosnüsse gezählt habe, wieso nicht viel mehr Touristen von Kokosnüssen erschlagen werden. Bin aber über diesen Gedanken dann eingeschlafen und lebe noch. Zu buchen gibt es auf der Insel einen Ausflug auf zwei naheliegende Nachbarinseln (habe ich nicht mitgemacht). Ausflug auf Male wird wegen des notwendig werdens des Wasserflugzeuges zum Transport nicht angeboten. Und der zweite Ausflug ist das Delfin-Watching. Hier sitzt man in einem Boot wird ca. 2,00 Stunden quer durch Meer gefahren und hält Ausschau nach Delfinen. Wir haben tatsächlich gesehen, aber weit weg und zum fotografieren zu schnell (am besten filmen). War toll und kostet pro Person 19,00 Dollar. Es gibt zwischen den Wasserbungalows eine ganz tolle Juice-Bar, die dortigen Fruchtsäfte (alles zwischen 4,- und 7,- Dollar) sind absolute Spitzenklasse. Ich habe auch geschnorchelt, aber nicht per angebotenem Schnorchelausflug sondern auf eigene Faust, ist absolut spitzenmäßig. Die Fische dort sind einfach traumhaft. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich ins Meer reingehe und werde begleitet von Fischschwärmen, aber es ist tatsächlich so. Den Pool habe ich nur einmal benutzt. Ich tauche nicht, aber mein Mann. Der berichtete nur das allertollste von der dortigen Tauchbasis geführt von Chrisi und Ferrit (für Werner Lau). Auch die Tauchgebiete sind ganz toll. Natürlich waren die wenige Tage ganz ganz schnell vorbei. Am Abend vor der Abreise erhält man (unter der Tür durchgeschoben) einen "Wie verhalte ich mich zur Abreise korrekt-Plan". Hierin ist beschrieben wann die Koffer vor der Tür stehen sollten, wann man die Rechnung der Getränke oder Shop-Verkauf zu zahlen hat und wann man von dem Boot abgeholt wird, das einem zur Schwimminsel (=Andockinsel für das Wasserflugzeug) bringt. Unser Flug am Mittwoch, 15. September 2004 ab Male ging um 15.40 Uhr. Abholen ab Insel war laut Abreiseplan um 12.15 Uhr. Dies verzögerte sich jedoch bis um 13.25 Uhr. Da kam endlich das Wasserflugzeug. Es ist öde wenn man in September-Deutschland-Klima-Kleidung auf den Malediven auf einem Steg bei gefühlten 40° sitzt und warten muß. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon die erste Panik den LTU-Flug nach Deutschland zu verpassen und wurde etwas ruhiger (mein Mann meinte verbissen grimmig). Das Flugzeug wurde beladen und startete um 13.42 Uhr, wir flogen zunächst zu einer anderen Insel und holten Passagiere mit Gepäck an Bord, wir waren dann voll besetzt und mußten Wasser aus den Wasserkufen rauslassen um Starten zu können (ich hatte die absolute Panik). Wir trafen dann im Wasserflugzeughafen um 14.52 Uhr an (in meinem Kopf war nur LTU Abflug 15.40 Uhr). Das Gepäck wurde wieder in einen Bus verbracht wie auch wir und zum Flughafen. Am Flughafen raus, Gepäck durchleuchten, 2 malige Passkontrolle und genau 9 Minuten vor Boarding um 15.20 Uhr also saßen wir vor der Einlasskontrolle ins Flugzeug. Als ich auf meinem Platz saß und die Maschine abhob ging es mir wieder besser (ich bin in solchen Sachen ängstlich und absolut übergenau, wenn es heißt ich soll 1,5 Std. vorher am Flughafen sein, dann bin ich 2,0 Std. vorher da). Also falls unter Euch Menschen sind die solch eine Einstellung haben, vergesst die bitte sonst macht ihr euren Erholungseffekt sofort wieder nichtig. Der Rückflug Non-Stop- nach Frankfurt war super gut in 10 Stunden erledigt und wir landeten nach Deutschland-Zeit 22.31 Uhr absolut pünktlich in Frankfurt. Auch hier gibt es im Flugzeug wieder ausreichend essen, aber bitte auf Medhufushi noch gut frühstücken (sofern die Flugzeiten so liegen wie von mir beschrieben). Ich reise mit Sicherheit nochmals nach Medhufushi, aber dann wegen der Toiletten-Anlage bzw. Badanlage und auch wegen den Geckos oder sonstigem Getier in einen Wasserbungalow. Ich liebe es nämlich auch mein Bad mit meinen Dingen vollzustellen. Dies war aber wegen dem "freien" nicht möglich, ich hatte Angst meine diversen Cremes oder Lippenstifte würden verlaufen, deshalb mußte ich aus dem Schminkkoffer leben, was immer so Abreisestimmung schafft.

Die Insel ist absolut zu empfehlen und lässt keine Wünsche offen. Schaut euch einfach die Fotos an.

Grüsse aus dem Saarland

 

 

 

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