Auf der Insel von 07.02.2005 bis 21.02.2005
Buchung
Nachdem die von uns ursprünglich gewünschte Insel Reethi Beach nicht buchbar war, haben wir Filitheyo gebucht.
Wir haben den Urlaub mit einer Rundreise auf Sri Lanka und einem Stop-Over in Dubai verbunden und als Fluggesellschaft Emirates gewählt. Bis auf die Einschränkung beim Gewicht des Tauchgepäcks (Linienflug), die aber nicht kleinlich gehandhabt wurde, empfehlenswert.
Transfer
Der Transfer mit dem Wasserflugzeug nervte ein klein wenig. Zusätzliche Wartezeiten bei An- und Abreise sind einfach störend. Mit Trinkgeld lies sich die zunächst angekündigte Wartezeit bei der Anreise zwar deutlich verkürzen, aber dann haben wir auf der Insel etliche Stunden auf unser Gepäck gewartet - also Badezeug ins Handgepäck oder im Inselshop kaufen. Auch auf der Rückreise war der Transfer ärgerlich: Geplante Abholung um sieben Uhr morgens, was für uns unsinnige 4 Stunden am Flughafen bedeutet hätte. Trotz wiederholter Bitte war eine Änderung des Abflugtermins angeblich nicht möglich. Die Verspätung des Transfers (bei bestem Wetter) hätte aber dann doch ein Stündchen längeren Schlaf ermöglicht, aber knapp 3 Stunden langen auch zur Besichtigung jeder Ecke des Flughafens Male.
Und dann das leidige Thema Gepäck: 25 Kg inklusive Handgepäck sind für Taucher mit eigenem Equipment einfach zu wenig. Da zahlen manche Gäste (Tauchlampen etc.) dann locker noch mal 100 USD Aufpreis. Angesichts eines Pärchens, das wegen Körperfülle kaum durch die Tür der Twin-Otter passte, eine unseres Erachtens verfehlte (Auf-)Preispolitik bei ohnehin gesalzenen Preisen für die Air-Taxis (in Canada kosten Sie deutlich weniger). Wasserflugzeug fliegen ist aber dennoch sehr aufregend in positivem Sinne!
Guest Relations
Auf der Insel Filitheyo angekommen. Mit einem eisgekühlten Erfrischungstuch sehr freundlich empfangen. Die Begrüssung der ankommenden Gäste wurde in englischer Sprache durchgeführt und dann ins Deutsche übersetzt. Aber an der Rezeption spricht niemand Deutsch, was bei dem Prozentsatz deutscher Touristen auf der Insel eigentlich unverständlich ist.
Tip: Wir haben bereits im Wasserflugzeug-Terminal auf Male (Sandboden) die Schuhe ausgezogen. Auch die Piloten sind barfuss unterwegs. Auf dem Holzsteg der Insel haben wir uns dann die Füsse ordentlich angesengt. Also rennen oder Schuhe anlassen!
Insel
Die Insel selbst hat durch den Tsunami keinerlei Schaden davon getragen. Das einige Mitarbeiter wegen den ausbleibenden Touristen Gefahr laufen, Ihren Job zu verlieren und dadurch akut existenzbedroht sind, dürfte bekannt sein.
Filitheyo ist eine grosse, schön bewachsene Insel, welche abseits der gepflegten Wege ursprünglich belassen wurde. Tischtennis, Billiard, Bibliothek (schön) und Fitness, alles da. Das fehlen eines Tennisplatzes ist angenehm und erspart einem das plopp-plopp. Die Sundowner- und die Main-Bar bieten jederzeit gepflegte Getränke an. All-Inklusive ist angesichts der Preise (jüngst drastische Preiserhöhung) der Getränke sehr empfehlenswert, auch für mässige Konsumenten oder Softdrinks. Man sollte allerdings auch dann darauf achten, dass All hier nicht wörtlich alles meint und feine Unterschiede auch nach der Örtlichkeit gemacht werden. Wir haben einen Geburtstag mit einem gegen Aufpreis angebotenen Spezial-Dinner am Strand gefeiert. Die hierbei verzehrten Getränke werden extra abgerechnet, obwohl sie in der 50 Meter entfernten Bar Bestandteil des All-Inklusiv-Pakets gewesen wären. Das Beispiel Flaschen-Wasser ist ja schon mehrfach beschrieben worden. Unverständlich, unlogisch, ist aber so. Wer darum weiss, kann locker dagegen halten!
Telefon und Internetgebühren: no comment, einfach nicht benutzen!
Tauchen
Die von Barbara Ebel geleitete Werner Lau Tauchbasis ist einfach hervorragend. Die Ordnung und Sauberkeit auf der Tauchbasis ist vorbildlich, ebenso die professionelle Organisation. Barbara versucht, auch kurzfristige Wünsche möglich zu machen. Die Ausflüge mit den Dhonis in die teils nahe gelegenen Tauchreviere waren dank der aufmerksamen Crew immer angenehm, bei Seegang jedoch für manchen Mitreisenden eine Herausforderung an die Standfestigkeit. Nach jedem Tauchgang wurden frische Handtücher gereicht, eine Tasse heissen Tee und Kokosnuss-Schnitzel gegen die "Automatenmaulsperre" serviert.
Wir waren das erste Mal auf den Malediven und über den schlechten Zustand mancher Riffe recht betroffen. Auch Strömungstauchen ist nicht Jedermanns Sache, Vorabinformationen über das auch jahreszeitenabhängige Auftreten der im Nord-Nilande Atoll offensichtlich doch häufigen Strömungen haben wir nicht gehabt. Und Strömung bedeutet auch nicht zwangsläufig Grossfisch, erhöht aber wohl die Wahrscheinlichkeit.
Wir haben unseren Aufenthalt auch dazu genutzt, weitere Tauchkurse zu machen. Erwähnenswert ist die höchst sachkundige Ausbildung und die angenehme Atmosphäre des Unterrichts von Nico und Barbara. Barbara hat einen Blick für das Detail, technisch wie auch für Flora und Fauna (Danke für den Schaukelfisch!). Ebenfalls bemerkenswert ist Barbaras Fähigkeit, unter Wasser zu schreien, wenn etwas falsch äuft. in dieser ungemein nützlichen Technik hat Sie uns jedoch leider nicht unterrichtet. Besonders geschätzt haben wir auch Ibi für seine stets humorvolle Art. Der Scootertauchgang mit Ihm wird immer in Erinnerung bleiben, sehr zu empfehlen.
Wer unseren verlorenen Kompass am Hausriff Eingang 6 findet, soll ihn in Ehren halten!
Unterkunft
Wir bewohnten den Bungalow 83, der alles bietet, was man braucht: Grosses Badezimmer mit Openair-Dusche, Minibar, Tresor, programmierbare Klimaanlage, TV Gerät, CD-Player (Cd's zuhause kopiert, dann muss man sich keine Sorgen um seine Schätze machen), 2 Liegestühle mit Matte auf der Terrasse und natürlich ein grosses Himmelbett.
Mindestens zwei Mal pro Tag wurde das Zimmer aufgeräumt und bei dem allgegenwärtigen schönen Sand dürfte es nicht leicht gewesen sein, die Räume sauber zu halten. Am Geburtstag besonders erwähnenswerte Blumendekoration des Zimmers vom Management. Bei Wind ist das Bad naturgemäss nicht immer sauber, Blätter etc.
Der einem früheren Reisebericht entnommene Tip, die (Standard-) Bungalows 40 bis 100 seien die schönsten, können wir bestätigen. Auch das mit der Hellhörigkeit stimmt ein wenig, uns hat es jedoch nicht gestört.
Essen
Erst Sahne! Was die Küche leistet, ist wirklich bemerkenswert. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, aber nicht über Qualität. Frühere Anmerkungen über zu starkes Würzen sind für uns nicht nachvollziehbar.
Alles frisch und ausgezeichnet. Wer da nicht immer etwas nach dem eigenen Gusto findet, der sollte nie bei seiner Mutter ausziehen. Einen negativen Aspekt der Küche gibt es aber doch: Trotz Non-Limit Diving leider zugenommen!
Fazit
Tja, reich sind wir leider nicht und es gibt noch so viele Reiseziele, die auf der Wunschliste stehen. Aber Filitheyo ist schon etwas für Wiederholungstäter. Gefehlt hat nach Meinung der Damen eigentlich nur ein Schuhgeschäft für die Mussestunden.
Wer weiss...
Grüsse aus dem kalten München
Marion und Michael