Tauchen
Grundsätzlich: Tauchen ist teuer. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Und das sollte jedem klar sein. Die Preise von Werner Lau sind auf der Webseite aufgeführt; man kann sich vorab ein sehr klares Bild machen, was auf einem zukommt. Und die Preise besitzen Gültigkeit.
Als wir noch am Anreisetag unser Equipment zur Basis bringen ließen, um die
Wartezeit zu nutzen und schon mal auszupacken, fanden wir eine aufgeräumte
und ansprechend gestaltete Basis vor. Innen wie außen war alles gepflegt,
durchgängig beschildert und fast schon selbterklärend. Obwohl wir kurz vor
der Mittagpause ankamen, hat man uns sofort begrüßt und das Checkin
erledigt: Ausfüllen der Formulare, Voucher, Ausrüstung etc. Das ausführliche
Basisbriefing sollte dann vor dem ersten Tauchgang, der gleichzeitig auch
der Checkdive ist, stattfinden. Generell: Vorabbuchung ist sinnvoll, da
günstiger; es fallen noch genügend Kosten vor Ort an. Tiefenlimit 20m bzw.
30m bei Nachweis eines entsprechenden Brevets oder Kurses. Boje ist für den
Taucher Pflicht! Wir haben keine Leihausrüstung benötigt, aber allein die
Art und Weise, wie das ganze Equipment in der Basis hing, machte einen sehr
guten Eindruck. In unserer ersten Woche war - für uns erfreulich - recht wenig los, so dass die Zeit für Revisionen und
dergleichen genutzt wurde.
Nach einem Tag Pause, Erholung und Akklimatisierung sind wir zum Checkdive
bzw. Basisbriefing erschienen. Der erste - gute - Eindruck setzte sich fort.
Das ganze Team von den beiden Leitern bis zum Kompressor Staff und den
Jungs, die den ganzen Tag das Equipment und die Flaschen transportieren,
sind alle überdurchschnittlich freundlich und hilfsbereit. Das Infoboard ist
ausführlich und selbsterklärend (wer lesen kann, ist klar im Vorteil….).
Aufgrund des attraktiven Angebots „Nitrox ohne Aufpreis“ haben wir uns kurz
entschlossen und einen Kurs mitgemacht. Der Termin konnte relativ zeitnah
realisiert werden und nach einem Abendkurs und einem zweiten Abend mit
Prüfung, durften wir dann endlich „gelb“ Luft holen. Auch hier war die
Abwicklung - Flaschen mit Nitrox-Gemisch, Prüfung des Anteils und
entsprechender Eintrag und Unterschrift im Kontrollbuch - wie erwartet,
sehr, sehr gut. Ob am Hausriff oder im Boot - es war immer jemand da, es gab keine unnötigen Wartezeiten etc.. Ein „Have a good dive“ und „See you later“
waren Standard, aber wirklich freundlich und auch nach der Rückkehr zur
Tauchbasis kamen die Rückfragen, ob alles okay war etc. Wir fühlten uns
außergewöhnlich gut aufgehoben und betreut. Die Frage nach Strömung war oft
entscheidend und einer war jederzeit in der Nähe und konnte uns noch Tipps
für den Einstieg und die Richtung geben. Oft haben wir erst danach endgültig
entschieden, welchen Einstieg wir nehmen. Nach einem Waschmaschinentauchgang
am Hausriff hatten wir uns anschließend mit Robin unterhalten, der uns
ebenfalls noch einiges an Tipps geben konnte. Man spürte, dass nicht nur
einzelne Personen, sonder ein echtes, gut zusammenarbeitendes Team vor Ort
ist, das eine angenehme und entspannte Atmosphäre schafft. Unsere Tauchgänge
haben wir meist am Hausriff gemacht, um uns völlig ohne Zeitdruck unseren
Tag einteilen zu können. Die wenigen Male, die
wir mit auf dem Boot waren, waren aber gleichermaßen angenehm. Vor dem
ersten Bootstauchgang findet für die „Neuen“ das Bootsbriefing statt: kurze
Einweisung wie man sich auf dem Boot verhalten sollte, Einstieg, Ausstieg
etc.. Zusätzlich kommt natürlich noch das Briefing für den Tauchplatz. Man
kann sich vorab in der Basis in den ausliegenden Ordnern ein erstes Bild vom
Tauchplatz machen. Auf dem Boot selbst ist ebenfalls eine Skizze des
Tauchplatzes anhand derer der Tauchgang erklärt und aufgezeigt wird, welche
Möglichkeiten man hat. Bei den Strömungstauchgängen wird vorab gecheckt, ob
und welche Strömung vorhanden ist, und danach entschieden, an welcher Ecke
der Tauchgang beginnt - was will man mehr an Service.
Unser Checkdive fand unter Leitung von Tobi statt, der die Einführung sehr
ruhig und professionell gemacht hat. Da Michael ein „paar“ Tauchgänge mehr
auf dem Buckel hat wie ich, ist für mich - nach meist einem Jahr Pause - der
erste Tauchgang mit einer gewissen Grundnervosität verbunden. Wir starteten
am Eingang 6 mit Check, ob wir genügend „schwer“ waren oder nicht. Das sind
die Momente, in denen sich für mich meist zeigt, ob der Guide es schafft,
eine gewisse Ruhe und Entspanntheit auf den Gast zu übetragen oder nicht.
Aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Nach 10 Minuten im Wasser fühlte ich
wieder die alte Vertrautheit und es konnte losgehen - danke Tobi! Die
Krönung in Ausgeglichenheit und Ruhe haben wir jedoch auf dem Boot unter
Leitung von Robin und Stephane kennen gelernt. Es wirkt schon fast greifbar,
was die beiden ausstrahlen und wenn mal grad kein Fisch zum Anschauen da war
(was zugegebenermaßen nur selten vorkam), ist es ein
echter Anblick, den beiden beim Tauchen zu zuschauen. Man fragt sich, ob
den beiden schon Schwimmhäute gewachsen sind und ob man wirklich gerade in
der gleichen Strömung unterwegs ist…. Kompliment an Euch beide - uns hat es
sehr, sehr viel Spaß gemacht. Und es wird mir sicher in langer Erinnerung
bleiben, dass ich jetzt Dank Stephane wirklich alle Funktionalitäten meines
Tauchcomputers kenne…… ;-) Generell macht ihr alle einen tollen Job, und
wer sich darauf einlässt, wird einen ausgesprochen schönen und entspannten
Urlaub verbringen. Soviel ist sicher.
Fazit: Wir haben uns selten so wohl gefühlt, und dementsprechend schwer ist uns der Abschied gefallen. Mag sein, dass es noch schönere Inseln gibt, aber hier passt einfach alles: Hotel, Service, Management, Tauchbasis - und letztlich der allabendliche Auftritt von Joe - dem Poser - Reiher, der pünktlich zum Sunset einflog und die Herzen der anwesenden Hobbyfotografen jedes Mal hat höher schlagen lassen - Joe: wir werden Dich vermissen! ;-)
Liebe Grüße
Astrid