Reisebericht Filitheyo von Tinka und Alex  


Mai 2000

Filitheyo, Reisezeit 02/03 2000 und 05/2000

Nach unserem ersten drei Wochen auf "Fili" im Februar/März waren wir gerade zum zweiten Mal da; wenn auch nur für eine Woche. Die anderen Reiseberichte beschreiben ja ganz ausführlich, wie es dazu kommen konnte: es ist einfach zu geil.

Insellobhudel: Alles zum Thema wunderschöne Häuschen (gute Betten, hübsche Möbel), Wasserbungalows (spitzen Sonnenuntergangsterassen) und Bars (lecker Snacks, buenavista und super Schirmchendrinks) stimmt. Was man in keinem Katalog sehen kann und auch die Reiseveranstalter so nie rüberbringen können, ist der "Stil" der Insel. Und der ist einfach großartig. Dezent, elegant, freundlich. Kein Plastik weit und breit, üppigste Flora + Fauna, und wirklich nicht eine Ecke, die häßlich oder verkehrt wäre Es gibt natürlich Freaks, die sich in den gut versteckt liegenden Staff-Bereich verirren müssen, um sich ein bißchen über Müll aufzuregen oder über Feuerchen, denen können wir allerdings eine Tour in Indien empfehlen, die können das da viel besser.

Das Buffet ist gefährlich. Selbst bei nur zu einem Drittel besuchter Insel ist die Auswahl riesengroß, egal ob Braten, Fisch, vegetarisch, Curries oder Nachtisch. Diätpläne einfach zuhause lassen.

"Fili" ist wirklich für 24-Stunden-Ästheten, und wir fragen uns, wie es z. B. Sonevafushi schaffen sollte, den doppelten Preis zu rechtfertigen. Hm. Irgendwie fast schade, wir wollen eigentlich nirgendwo anders mehr hinfahren...

Tauchbasislobhudel: Im Februar haben wir beide bei Stefan (...Melody, Michaela, Moni, Jahn und Uli ...) Tauchen gelernt und sind seitedem ...drauf Nach einem vermurksten Start auf einer anderen Insel im Jahr zuvor, bei dem uns der Großbetrieb, die bornierte Unterrichtslektüre und die doofe Lagune dazu brachten, den Kurs einfach abzubrechen, war diese Tauchbasis schlicht der Hit.

Schon bei den Kurstauchgängen, die direkt am Hausriff stattfinden, gab es immer mindestens ein Highlight: Schildkröten, Mobulas, Adlerrochen, Oktopusse, Napoleons und Schwarm- und Rifffischchen (Superwort!) lenken pausenlos vom Unterricht ab. Im ansonsten streng islamischen Staat kommen Nudisten immerhin beim Nacktschneckenprogramm voll auf ihre Kosten, selbst wir als Ahnungslose haben unglaubliche Gummiwesen gezeigt bekommen.

Für alle, die Tauchen lernen möchten, sich aber nicht ganz sicher sind oder vielleicht auch ein bißchen Angst haben, können wir Stefan und seine Mannschaft wärmstens empfehlen. Mit Geduld, Humor und Einfühlungsvermögen werden Unsicherheiten, piepende Ohren, Tarierchaos und Co. in 100% Tauchbegeisterung verwandelt.

Die an anderer Stelle in diesem Forum geäußerten Bedenken an Stefans sozialen Qualitäten und an der Stimmung der Crew finden wir ganz merkwürdig. Offensichtlich hat da in einem speziellen Fall die Chemie nicht gestimmt, wir mögen die Basis sehr. Sehr sympathisch finden wir auch, daß es sich bei der Crew nicht um gehirngewaschene Einheits-Servicekräfte handelt, die mit immer gleich-hohlem Grinsen ihren Spruch aufsagen und denen völlig Wurst ist, mit wem sie es zu tun haben.

Die Bootstauchgänge sind prima gebrieft, abwechslungsreich und obwohl uns der Vergleich mit anderen Tauchrevieren fehlt, hatten wir den Eindruck, daß auch MaledivenVielFahrer begeistert von der Vielfalt der Korallen und dem Fisch- und Großfischaufkommen der angefahrenen Plätze waren. Auch (über)vorsichtige Rückfragen werden ausführlich beantwortet, sodaß auch die größten Kompasstrottel (ich) schließlich doch verstehen, wo denn heute schon wieder Norden ist und wie herum man am Riff entlangtauchen soll.

Die Basis ist (bis auf die Leihflossen) hervorragend ausgestattet, die Crew hilfsbreit und fürsorglich. Meine tauchenverhindernde Erkältung wurde mit vereinten westlichen (Tauchbasis) und östlich-ayurvedischen (Mr. Ravi) Medikamenten gelindert, so daß ich nach 2 Tagen wieder blubbern konnte ? noch mal Danke. Die Ausrüstungen sind allererst und wenn wir wiederkommen (klar! Weihnachten!) werde ich mir - auch wenn sich die Leihpreise ganz ordentlich auftürmen - auch diesmal keine eigene kaufen.

Also: bis bald! Tinka und Alex

Tinka und Alex

 

 

 

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