Rund 30 Jahre ist es her, als die ersten Taucher auf abenteuerlichen Wegen zu den Malediven reisten. Der Lohn für die bescheidenen Unterkünfte und das lausige Essen waren eine nicht enden wollende Zahl von unberührten Tauchgründen der Superlative. Doch heutzutage, so schien es zumindest, ist jedes Riff erkundet und selbst jeder Zackenbarsch hat schon seinen Kosenamen bekommen. Ist sie also vorbei die Zeit, in der Neues auf seine Entdeckung wartet? Nicht ganz! Filitheyo, das erste Touristresort im Nord-Nilandhe-Atoll hat nämlich erst kürzlich seine Pforten geöffnet. Etwa 120 km südlich von Male gelegen wartet es mit völlig unberührten Tauchgründen auf. Basisleiter Stefan Brand und seine Freundin Monika Junk, vielen noch aus Eriyadu bekannt, haben gemeinsam mit ihrem Team bereits 27 erstklassige Divespots ausfindig machen können, die noch nicht einmal von Safaribooten besucht worden waren Endgültig vorbei sind jedoch die Zeiten, in denen man in ungemütlichen Strohhütten campieren musste und abwechselnder Weise Fisch mit Reis und Reis mit Fisch auf der Speisekarte standen. Auf Filitheyo wird in luxuriösen Bungalows residiert und der irische Küchenchef Brian Logan kredenzt mit seinem Team einheimische und internationale Speisen der allerfeinsten Sorte.
Obwohl ich ja eigentlich ein Langschläfer bin, stehe ich als einer der Ersten in der Tauchbasis auf der Matte. Mein Jacket auf dem Rücken, meine Kamera unter dem Arm, geht's die wenigen Meter zum Dhoni. Mit aufgeflanschtem Weitwinkelobjektiv tauche ich im "Coral Garden" von einem Korallenstock zum anderen. Immer wieder stehen Glasfischschwärme vor kleinen Durchbrüchen, während Trompetenfische wie Pfeile in den Schwarm hineinstossen, um Beute zu machen. Ein erschrockener Weisspitzenhai sucht schnell das Weite und auch der Adlerrochen zieht weit ausser Schussweite an mir vorbei. Auf einmal winkt mich Monika zu sich heran. Nur ca. 5 cm ist ihre Entdeckung gross. Ein Seegraspfeifengeisterfisch ist ihrem geschulten Auge nicht entgangen. Mit Begeisterung beobachten wir den Winzling, wie er sich kopfüber zwischen ein paar Algen versteckt. Einzig mit der Wahl meiner Optik habe ich bei diesem reizvollen Tauchgang kräftig daneben gelegen. Doch das kann man ja ändern. Pünktlich zur Nachmittagsausfahrt stehe ich jetzt mit "Makro" bewaffnet am Steg bereit. Ein sicherlich 1,5 m langer Barracuda steht am Eingang des "Barracuda Kandu" in der leichten Strömung. Nomen est omen. Gemächlich tauchen wir weiter die Riffwand entlang, als auf einmal ein riesiger Schatten direkt auf uns zukommt. Nicht fünf Zentimeter sondern mindestens fünf bis sechs Meter ist dieser Walhai lang. Mit vor Begeisterung weit geöffneten Augen starre ich den Giganten an. Wahnsinn, endlich mal ein Walhai und ich hab natürlich mein Makroobjektiv eingebaut. Na ja was soll's. Einen besseren Auftakt eines Tauchurlaubes kann man sich wohl trotzdem kaum vorstellen.
Während ich, zurück in der Basis, gerade dabei bin, meine Erlebnisse zum Besten zu geben, kommt Ulli mit zwei Neuankömmlingen vom Jeckdive zurück und stiehlt mir meine Show. Zwei Mantas haben sich zu ihnen gesellt und aus einem normalerweise langweiligen Jecktauchgang einen Superdive gemacht. Das kann ja noch heiter werden.
Nach so viel Aufregung braucht's jetzt mal ein bisschen Entspannung. Der Coffeeshop mit dem direkt angrenzenden Süsswasserswimmingpool ist dafür der richtige Platz. Obercool ist hier die Bar. Wahlweise im Coffeeshop oder auf Unterwasserbaarhockern im Schwimmbecken, was ich jetzt bevorzuge, kann man an ihr Platz nehmen. Mit einer Pinacolada in der Hand blinzle ich der untergehenden Sonne entgegen. Zufrieden lasse ich diesen wunderschönen ersten Urlaubstag noch einmal Revue passieren und stelle fest, hier fehlt es mir heute wirklich an nichts. Und so sollte es auch bleiben.
Gut ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt, lasse ich mir meine Tauchausrüstung zu einem der Einstiege des Hausriffs, direkt vor meinem Bungalow bringen. Mit Ausnahme der Ostseite ist das Hausriff rings herum betauchbar. Während andernort`s oft lange Anfahrten zu Manta -u. Walhaispots in Kauf genommen werden müssen, ist auf Filitheyo gerade das Hausriff ein Tauchplatz mit guten Chancen auf eine solche Begegnung. Während nur einer Woche, die ich vor Ort war, wurden am Hausriff drei Walhaie und immer wieder Mantas gesehen. Vor allem Mobulas, eine kleine Mantaart, treten hier oft in ganzen Schwärmen auf. Wohl austariert trägt uns die leichte Strömung den bis auf neunzig Meter Tiefe abfallenden Riffhang entlang. Von winzigen Nacktschnecken bis hin zu Schildkröten und Napoleons trifft man hier die ganze Bandbreite der maledivischen Unterwasserwelt an. Die Ausstiege sind unter Wasser in 10 m und 20 m Tiefe mit Bojen gekennzeichnet, so dass selbst bei Nachttauchgängen der Ausstieg leicht zu finden ist.
Am Nachmittag fahren wir den nur wenige dhoniminuten entfernten Tauchspot "Little Channel South" an. In der Mitte des Kanals erwarten den Taucher einige grosse, herrlich bewachsene Korallenblöcke. Da sie leider etwas tief liegen tauchen wir alsbald zur Riffwand zurück. Wie in drei Stockwerke aufgeteilt präsentiert diese stark überhängende Wand einen wahren Rausch an Farben. Während im Kanal immer wieder Barracudas und grosse Thunfische vorbeiziehen, geben sich hier all die kleineren Riffbewohner ein Stelldichein. Neben zwei knallbunten Skorpionsfischen ahmt ein Schaukelfisch ein Blatt nach. Langusten strecken ihre langen Fühler wie Richtantennen aus Riffspalten heraus. Rotleuchtende Soldatenfische stehen schwarmweise unter den Überhängen, während nimmermüde Juwelenfahnenbarsche die Korallenlandschaft mit ihrem herrlich gefärbten Schuppenkleid bereichern. Grosse Büsche "Schwarzer Korallen" beherbergen schutzbedürftige Büschelbarsche und wie immer ziehen Zackenbarsche jagend durchs Riff. Es gäbe noch so viel zu entdecken, doch leider mahnen Finimeter und Computer eindringlich den Rückweg anzutreten.
Auf unserer Rückfahrt zur Insel stellen wir fest, dass ein Airtaxi bereits wieder an der Plattform festgemacht hat. Es wartet darauf uns morgen wieder zum Flughafen zu bringen. Erlebnisreiche Tauchgänge, romantische Strandspaziergänge in der untergehenden Abendsonne und beschwingte Abende im Kreise Gleichgesinnter, sorgten für einen unvergesslichen Urlaub auf Filitheyo.
Wenn auch hier und da noch nicht alles gänzlich fertiggestellt ist, so hatte es doch seine handfesten Vorteile, auf so eine nagelneue Insel zu reisen. Jeder Tauchgang ist ein Ausflug in noch fast unbekannte Riffe. Und den Massentourismus wie auf altbekannten Eilanden gibt es hier ebenfalls noch nicht. In kleinen Gruppen entdeckt man die Schönheit dieses Inselreiches auf ganz neue Art und Weise. Noch ist Filitheyo ein Geheimtipp, beeilen Sie sich mit Ihrer Stippvisite, denn lange wird es nicht mehr dauern, bis auch Filitheyo in aller Tauchermunde ist.
Das sollten Sie wissen
Die Insel:
Lage:
Filitheyo liegt zwischen zwei Kanälen an der Ostseite des unberührten Nord Nilandhe Atolls und zählt mit einer Grösse von ca. 1000 m mal 200 m zu den eher grösseren Inseln der Malediven. Der Transfer vom Flughafen mit dem Wasserflugzeug dauert ca. 35 Minuten.
Unterkunft:
Die Anlage umfasst 125 Zimmer in Einzel- oder Doppelbungalows, die in Superior-, De Luxe- und Wasserbungalows unterteilt werden. Alle Zimmer sind sehr ansprechend und komfortabel mit Teakholzmöbeln, Klimaanlage, Deckenventilator, Minibar, Satelliten-TV, Telefon und in den De Luxe Zimmern zusätzliche mit einer Sitzecke, eingerichtet. Eine eigene Terrasse mit Meerblick ist ebenfalls vorhanden. Das halboffene Bad mit fliessend warmen und kalten Süsswasser, einer Aussentusche und in den De Luxe-Zimmern zusätzlich einer Badewanne ist so gross wie der eigentliche Bungalow selbst. Die 16 Wasser-Villas sind in der Lagune auf Pfählen errichtet. Ein eigenes Sonnendeck mit Treppe zum Wasser und einem Whirlpool im Bad bieten Luxus pur
Verpflegung:
Im Restaurant werden den Gästen Buffets mit einer grossen Auswahl an internationalen und einheimischen Gerichten offeriert. Im Coffeeshop werden vom Snack bis zum Fünf-Gänge-Menue eine Vielzahl von Speisen a` la Card angeboten. Den Abend lässt man dann gemütlich in der Strandbar ausklingen. Hier wird eine reiche Auswahl an Mixgetränken, Bieren, Säften Weinen oder alkoholfreien Getränken angeboten.
Freizeit:
Neben einem klimatisiertem Fittnesscenter mit modernsten Geräten, werden den Gästen Tischtennisplatten, Beachvolleyball und Badminton angeboten. Eine Surf- und Segelschule mit deutsch-und englischsprachigem Unterricht ist ebenfalls vorhanden. Die Katamarane sind von der Firma Top Cat, die Surfausrüstung von Hy-Fly.
Ärztliche Versorgung:
Eine Ärztestation, die dann ständig von einem Arzt besetzt sein wird, befindet sich gerade im Aufbau. Bis dahin werden kleinere Blessuren von Monika, die gelernte Krankenschwester ist, versorgt. Das nächste Krankenhaus befindet sich auf der Einheimischeninsel Magoodhoo ca. 30 dhonieminuten von Filitheyo entfernt Die Dekokammer in Bandos ist mit dem Wasserflugzeug in ca 40 Minuten erreichbar.
Tauchen:
Die Basis:
Nach Eriyadu und Vilamendhoo hat Werner Lau auf Filitheyo nun seine dritte
Tauchbasis eröffnet. Die Barakuda-Tauchbasis wird von dem Schweizer Stefan
Brand geleitet. Stefan ist bereits seit 8 Jahren als Tauchlehrer auf den
Malediven tätig. Zusammen mit seiner Freundin Monika und einer Crew von 6
Tauchlehrern betreut er seine Gäste.
Zum Verleih stehen folgende Ausrüstungsgegenstände bereit:
Eine umfangreich ausgestattete Werkstatt kann von den Gästen mitbenutzt werden.
Dekobojen für alle Gäste, Sauerstoff auf jedem Boot und eine Apotheke mit kompletter Notfallausrüstung und Medikamentierung stehen der speziell geschulten Crew zur Verfügung.
Ausbildung und Tauchkurse:
Es werden laufen Tauchkurse nach Barakuda CMAS und PADI Richtlinien angeboten. Anfängerausbildung erfolgt in Kleinstgruppen. (1 Tauchlehrer - 2 Schüler). Fortgeschrittenenkurse werden bis CMAS Gold und PADI Divemaster durchgeführt.
Das Hausriff:
Mit Ausnahme der Ostseite ist das spektakuläre Hausriff rings herum betauchbar. Auf der Nordseite fällt es bis auf über 90 m ab. 7 Eingänge mit Flaschen-shuttle ermöglichen bequemes Hausrifftauchen. Nachttauchgänge und early-morning-dives sind täglich möglich. Bojen in 10- u. 20 Meter Tiefe kennzeichnen die Ausstiege, so dass auch bei Nachttauchgängen die Ausstiege problemlos zu finden sind. Mantas und selbst Walhaie wurden bisher häufig am Hausriff gesehen.
Bootstauchgänge:
Die Abfahrt der 3-4 Tauchdhonies erfolgt täglich um 9.00 Uhr und um 14.30 Uhr. Die Fahrzeiten zu den einzelnen Tauchplätzen betragen zwischen 5 Minuten und einer Stunde. 2 bis 3 mal wöchentlich werden bei entsprechender Nachfrage Tagestouren angeboten. Diese führen zu Mantaplätzen auf der Westseite des Atolls. Da die Dhonies verschiedene Tauchplätze ansteuern, können die Gäste jeweils zwischen mehreren verschiedenen Tauchplätzen wählen. Knapp 30 Tauchplätze wurden von der Crew bisher ausfindig gemacht. Alle Tauchplätze werden nur von den Tauchern in Filitheyo betaucht. Neben einigen sehr schönen Tauchplätzen im Atollinneren garantieren vor allem die fischreichen Kanäle spektakuläre Tauchgänge.
Buchungsadressen:
Neckermann-Reisen
Tel. 0180/500 51 12
Internet: www.neckermann.de
eMail: Neckermann.UrlaubsWelt@t-online.de
Kreutzer-Touristik GmbH
Herzog-Heinrich-Str. 10
80336 München
Tel. 089/54494-0
Fax 089/54494-695
Internet: www.kreutzer-touristik.de
eMail: info@kreutzer.de
Orca Tauchreisen GmbH
Kufsteinerstr. 55
83022 Rosenheim
Tel. 08031/1885-0
Fax 08031/1885-88
Internet: www.orca.de
eMail: info@orca.de
Sub Aqua Sportreisen GmbH
Frankfurter Ring 243
80807 München
Tel. 089/323 79-888
Fax 089/323 79-611
Internet: www.sub-aqua.de
Air Aqua Reisen GmbH
Rüttenscheider Str. 14
45128 Essen
Tel.0201 / 79 00 79
Fax. 0201 / 78 07 50
Internet: www.airaqua.de
Terramar
Günter Leikamm