Reisebericht Filitheyo

von Klaus & Familie

Filitheyo for ever!

Wir, eine Familie mit zwei Kindern (''das Rudel") verbrachten in der Zeit vom 18. August bis 8. September 2000 unseren Sommerurlaub auf Filitheyo. Mit uns kam auch das schöne Wetter mit, welches sich dann auch drei Wochen hielt. Wir wollten nach Eriyadu einen weiteren traumhaften Urlaub auf den Malediven erleben und die Erwartungen wurde bei weitem übertroffen.

Aber alles von Anfang an!

Die Anreise erfolgte mit einem ruhigen Nachtflug von Condor und Ankunft bei Schlechtwetter in Male. Weiterflug mit dem Malediven Air Taxi bis zur schwankenden Plattform nördlich von Filitheyo, mit dem Dhoni dann zur Insel.

Schon von weitem war zu erkennen, dass die Ursprünglichkeit der Insel durch die Hotelanlage im Großen und Ganzen erhalten geblieben ist. Das Markante an Filitheyo ist die Vielzahl der Palmen. Die Hotelanlage fügt sich in diesen Bewuchs ein. Die Bungalows liegen alle in Strandnähe und sind zum Großteil durch Palmen vor der Sonne geschützt. Der absoluten Bungalow-Hit sind die an der Nordseite, da hier der Strand sehr breit ist und in der Lagune auch bei Niedrigwasser das Schwimmen möglich ist. In vielen Reiseberichten wurde der Strand als ein Bacardi-Strand bezeichnet, und es ist wirklich so. Der Mittelteil der Insel ist ursprünglich bewachsen. Die herausgeschlagenen, sandbestreuten Wege werden so zu einer Promenade unter Palmen.

Die Bungalows werden in Superior-, Deluxe- und Wasserbungalows eingeteilt, wobei in allen drei Kategorien die Ausstattung unterschiedlich (Deluxe-Bungalows haben z. B. eine Badewanne) aber in allen Fällen exklusiv ist. Der Gag dabei ist wohl die Dusche im Freien.

Die Insel ist zu Fuß umrundbar (für den Ostteil - Staffbereich - gibt es einen Schleichweg). Die Schuhe kann man getrost bis zur Abreise im Bungalow belassen. Alles was auf der Insel offiziell begehbar ist, ist mit Sand bestreut. Die Gehwege als auch der Strandbereich werden regelmäßig vom Personal von Korallenstücken gereinigt.

Für die Unterhaltung zwischen, nach den Tauchgängen oder am Abend lädt die Main-Bar (bei der Reception) bzw. die Sunset-Bar (Nord-Westseite der Insel) ein. Besonders romantisch waren die Sonnenuntergänge an der Sunset-Bar. Aufgrund des schönen Wetters hatten wir das Glück diesen mehrmals bewundern zu können. Die Sunset-Bar ist um einen großen Süsswasser-Swimminpool gebaut der insbesonders von unseren Kindern oft benützt wurde.

Das Essen ist eine Wucht. Eine Vielzahl von internationalen Gerichten z. B. mexikanisch, japanisch, französisch, italienisch und natürlich auch die Ecke mit den einheimischen Spezialitäten (Curry in jeder form) machen die Wahl zur Qual. Was uns besonders erfreut hat war die Vielfalt der Fischgerichte und natürlich die täglichen Süssigkeiten in form vom Eis, Kuchen, Apfelstrudel usw. Es ist für jeden Geschmack immer etwas vorhanden. Die Bedienung war zuvorkommend, das Ambiente gediegen. Der Küchenchef der Company Mr. Logan hat hier ein Meisterwerk vollbracht!

Natürlich haben wir Filitheyo auch wegen der angeführten Vorzüge gebucht aber hauptsächlich wegen des Tauchens.

Die Tauchschule von Werner Lau wird von Stefan Brand, einem schweizer Urgestein, absolut professionell geführt. Aber was ist ein Basenleiter ohne seine guten Geister. An erster Stelle Moni (= die gute Seele der Basis) , Olaf (auf japanisch Odehü genannt) den man mit zwei Drähten ins Riff schicken kann und er kommt mit einem Lungenautomaten zurück, Sato (einfach bezaubernd) und Ibi (Boss des Kompressorteams). Zu unserer Zeit war noch Jenny auf der Basis, sie musste jedoch aus Krankheitsgründen nach Deutschland zurück.

Die Basis (jetzt per Webcam jederzeit zu besichtigen) ist äußerst großzügig gebaut. Sie weist neben dem Haupthaus (Kundenraum, Werkstätte) einen Trockenraum für das Einlagern der Ausrüstung, einen Kompressorraum (mit drei Bauer-Kompressoren) und einen großen Vorplatz mit Dusche und Wasserbecken zum Waschen der Ausrüstung auf. Besonders fällt die Aufgeräumtheit, Ordentlichkeit und Sauberkeit der Basis auf. Das zur Verfügung stehende Leihmaterial ist neuester Bauart. Auf Sicherheit wird größter Wert gelegt, bei allen Tauchgängen war der Wenoll-Koffer mit an Bord. Vor jedem Tauchgang gibt es ein ausführliches Briefing mit einer Tauchplatzzeichnung und Beschreibung der Besonderheiten (Strömung, vermutliches Fischvorkommen, Bewuchs usw.). Kurz gesagt -Gelebte Professionalität.

Die Tauchplätze werden mit den vorhandenen vier Dhonis nur von Filitheyo angefahren und vermitteln noch die Ursprünglichkeit der maledivischen Unterwasserwelt. Da gibt es z. B. die Wände und Höhlen voller Weichkorallen von Little Channel North oder Little Channel South wo oberen Bereich des Tilas die Höhlen voll mit Lobstern (dieser Tauchplatz ist wert unter Naturschutz gestellt zu werden), die Strömungstauchplätze für die ''Kanal-Djangos" wie z. B. Filitheyo Tila (Top-Platz auch für Nachttauchgänge), Eagle Trail, Jumping Jack Channel, Lighthouse Channel, Dolphins Corner, Two Brothers, Barakuda Kandu oder auch die Plätze für die typischen Riffkleinigkeiten wie z. B. bei Kuda Giri oder Maafushi Giri.

Fische waren en mass in jeder Art und Weise vorhanden, auch wenn die Sicht nicht immer vom Feinsten war. Besonders aufgefallen ist die Masse an Schwarmfischen, Rochen (einschließlich Mantas), Napoleons, riesige Thunas, und Barakudas. Auch sahen wir Schwertfische, Delphine, Haie und natürlich alles was so in den tropischen Gewässern kreucht und fleucht. Natürlich kann immer wieder gesagt werden, dass dieser oder jener Fisch zum gegebenen Zeitpunkt leider das Rendezvous am Tauchplatz versäumt hat, oder waren wir es? In Summe sind die Gewässer um Filitheyo enorm fischreich.

Eine Tauchtour hat aber alles übertroffen - die Tagesfahrt nach Minimasgali/Himithi auf die Westseite des Atolls. Diese sind noch nicht erkundet und daher für manche Überraschung gut und so war es dann auch. Nach dem Abtauchen im Blauwasser vor dem Atollrand trieb uns die Strömung in den Kanal von Minismagali/Himithi hinein und dabei sahen wir Schulen von Grauhaien, Weißspitzenhaien, Rochen, Manta Mobulas und über dem Kanalboden alles voll mit Barakudas (geschlichtet, mit Blickrichtung zur Strömung). Auch Hammerhaie wurden beim Tauchgang davor hier gesichtet. Die Sicht wurde durch den vorhandenen Schwarmfisch teilweise verwehrt. Eine richtige Fischsuppe!

Auch das Hausriff lädt zu ausgiebigen Touren ein. Die Steilwände an der Nordseite fallen auf 30 bis 90 Meter ab. An der Nordseite des Hausriffs hatten wir auch die Begegnung mit einem Schwarm von ca. 30 Delphinen. Da die Rifftauchplätze faszinierend waren, haben wir das Hausriff jedoch nur zu Nachttauchgängen benutzt. Bemerkenswert ist dabei die Tour von Einstieg 3 bis 4. (sieben schlafende Schildkröten, wunderbar bewachsener drop off - vor den Wasserbungalows) Auch die Tour von 6 bis 7 ist wegen der Lobster sehr interessant.

Nicht zu vergessen sind die Scotter-Fahrten. Dies muss einfach probiert werden. Es ist ein Erlebnis welches süchtig machen kann.

Aber was ist der schönste Tauchgang ohne dessen Nachbesprechung bei einem Tiger an der Main-Bar unter dem südlichen Sternenhimmel..........

Was nie erwähnt wird, aber auf Filitheyo eine Besonderheit ist, ist die Reiseleitung. Dies war für Neckermann- und Kreutzer-Reisen Herr Köster - oder einfach - Ralf. Er kümmerte sich mit einer Hingabe um alle Unbequemlichkeiten der Urlauber, spielte mit den Kindern, arrangierte diverse Touren, ging auf persönliche Vorlieben ein, war immer für einen Gag bereit und nahm sich noch die Zeit für einen gemütlichen Plausch bei einem Tiger-Bier.

Die drei Wochen vergingen im Flug, die Non-Limit-Tickets waren verbraucht und im Regen ging es wieder nach Hause.

Persönliche Schlussfolgerung: Wir fuhren nach Filitheyo um uns zu erholen und viel zu erleben. Wir haben Menschen kennengelernt die uns sehr wertvoll geworden sind.

Wer dies auch erleben will muss dahin. Wir haben unseren nächsten Trip (Ostern 2001) bereits gebucht!

Elisabeth, Robert, Bernhard und Klaus

PS:
Die Insel wird ihrem möglichen Potential immer mehr gerecht. Die in der ersten Zeit nach der Eröffnung geäußerten Kritikpunkte wurden aus unserer Sicht beseitigt. So z. B. sind uns Moskitos nicht aufgefallen, obwohl diese Vieher uns in der Regel "mögen".

 

 

 

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