Reisebericht Filitheyo

von Haberl Klaus-Peter

Filitheyo - Die Zweite - Faszination pur

Wir, eine tauchfreudige (manche behaupten - tauchfanatische) Familie, haben Filitheyo im April 2001 (7. bis 21. April) zum zweiten Mal, besucht.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. So wurde die Hotelanlage auf Filitheyo möglichst schonend in die natürliche Fauna und Flora integriert und vermittelt damit ein ursprüngliches Flair. Die Ausstattung, das Service und die Köstlichkeiten im Restaurant ist qualitativ hochstehend. Die Tauchschule ist eine Klasse für sich. Das Hausriff und insbesondere die angefahrenen Tauchplätze sind vielversprechend. Filitheyo ist die einzige Hotelinsel im Nord-Nilandhe-Atoll und garantiert damit Tauchplätze die nur von dieser Insel angefahren werden. Der Fischreichtum im Atoll ist groß.

Ein besonderer Highlight zu Beginn - Candy Hainsch - Neckermann´s Dame vor Ort. Neckermann dürfte ein glückliches Händchen bei der Wahl der Reisebetreuer für Filitheyo haben. Candy sprüht Freundlichkeit und Charme aus und bemüht sich rührend um die Wünsche Ihrer Gäste.

Unter dem neuen Manager Mr. Ilias Vamvakas erfuhr die Insel eine weitere Qualitätssteigerung. So wurden z. B. die Liegen jetzt mit einer Auflage versehen, Sonnenschirme (Bedeckung mit Palmblättern) vor einigen Bungalows aufgestellt, in der Sunset-Bar die Tische mit Sonnenschirmen versehen, auf der Nordseite ein Erfrischungsstand (vor Bungalow 77/78) errichtet. Wiederholungsbucher werden von Mr. Vamvakas zu einem Special Dinner in die Sunset-Bar eingeladen. Der Rhythmus der Gerichte im Restaurant wurde von zwei Wochen auf drei Wochen verlängert. Auch werden an bestimmten Abenden z. B. verstärkt arabische, mexikanische, deutsche (Sauerkraut und Geselchtes u.a.), japanische Gerichte serviert. Ein Highlight ist und bleibt die Ecke mit den Früchten und den Süssigkeiten!

Um alle Fragen nach den Gelsen und sonstiges Getier zu beantworten. Wir konnten keine Belästigung feststellen, obwohl uns diese Viecher eigentlich sehr mögen. Das Becken vor der Main-Bar beinhaltet kein Wasser mehr.

Aber der Hauptgrund für den weiteren Besuch der Insel war - das Tauchen.

Die Betreuung in der Tauchschule hat weiter an Charme gewonnen. Melody, Jan, Silvia und Iris sind zum Tauchteam dazugekommen. In Schwung gehalten wird alles von Stefan und Moni die mit Geschick, Geduld, Freundlichkeit und immer wieder mit einem Scherz auf den Lippen, was ja nicht immer einfach ist.

Neue Tauchplätze (Ayer´s Rock, Route 66, The Glen of Fiddich [= Whisky-Tila], The Pillar, Cathedral, Cliffhanger, Ante Bellum [Minimasgali/Himithi]) wurden im letzten halben Jahr gefunden (siehe unter www.wernerlau.com).

Wir haben einen Scooter-Kurs als Stefan´s Fantruppe gewonnen. Scooterfahren ist einfach das Steilste was man sich vorstellen kann. Das Gleiten über die Tilas, durch die Kanäle hindurch ist einfach faszinierend. Auch sieht man dabei viele (Groß-)Fische, wie z. B. jagende Barrakudas, Thunfische, Schulen von Rochen, die von den Riffen aus in der Vielzahl nicht sichtbar sind. Die Begeisterung des Scooterfahrens übertrug sich auf die gesamte Familie, sodass sich dann alle um das Scooterfahren mit Stefan stritten. Nur einmal war Stefan nicht dabei - aber das ist eine andere Geschichte (siehe später).

Übrigens - was der Unterschied zwischen einem Lappen und einem "Hudel" (wird zum Scoorterputzen verwendet) ist, konnte nicht geklärt werden. Obwohl Stefan versicherte, dass der Unterschied gewaltig sei.

Auch werden Tagestouren (= Explorer) angeboten. Ein absolute Muss ist die Tour nach Minimasgali und Himithi an die West-Seite des Atolls (siehe auch unseren Reisebericht vom August/September 2000). Nach ca. 1,5 Stunden gemütlicher Fahrt bei herrlichstem Wetter tauchten wir im Minimagali Kandu und am Tila Ante Bellum.

Der Minimasgali Kandu zeichnet sich durch besonders viel Großfisch an der Atollriffkante aus. So waren dieses Mal wieder enorm viel Schwarmfisch, Grau- und Weißspitzenriffhaie und Napoleons vorhanden. Die sanfte Drift einwärts in den Kanal führt über wunderschön bewachsenen Riffplatten.

Die Mittagspause wird in der Bucht von Minimasgali eingenommen, wobei Stefan als Chef der Küche und des Kellers ein komplettes Picknick (Sandwich, "totes Huhn", verschiedene Obstsorten, Kekse, Kuchen, Tee, Kaffee und Getränke) serviert. Auf der Insel Minimasgali wird eine Kokosnussplantage von mehreren Maledivern betrieben; ein Besuch ist lohnenswert.

Danach erfolgt der Tauchgang am Tila Ante Bellum (= vor dem Krieg à vor der Korallenbleiche), in der Bucht vor Minimasgali. Das Tila ist überzogen mit Weichkorallen und hat wunderschöne Unterspülungen. Hier ist die Korallenbleiche spurlos vorübergegangen.

Weitere Highlights waren:
Ammenhaie à Paternoster; unter den drei der Riffwand vorgelagerten Tilas - fünf schlafende Ammenhaie in beträchtlicher Größe (ca. 3 m).

Mantas à Southern Rocks; Melody´s spielende Manta Mobulas.

Anglerfische à The Cathedral; Moni´s Anglerfische (rot und gelb); wie ist das mit den USD 100,-- pro Stück Anglerfisch, Stefan ?

Nachttauchgänge mit dem Dhoni à was auf den Malediven nicht die Regel ist, wird auf Filitheyo einmal pro Woche angeboten; zu unserer Zeit konnten wir das Filitheyo Tila bei Nacht betauchen. Dies stellt ein wunderschönes Erlebnis für sich dar.

Der Top-Tauchgang war aber - Lighthouse Channel, 19. April 2001, vormittags. Es erfolgte ein Flug über die Tilas und die Außenriffkante mit den Besonderheiten

Und urplötzlich verschwanden die Mantas, der Fischschwarm teilte sich und es erschien ein

Walhai

Völlig unerwartet, eigentlich bereits außerhalb der Saison, schwebte ein riesiger Koloss, ca. 8 bis 10 m lang, über uns und fraß sich am Plankton satt. Wir konnten ein Schauspiel von unbeschreiblicher Schönheit, Faszination und Unglaublichkeit genießen. Unvergesslich!!!!!

Jan, der mit uns diesen Ausflug unternahm, wird seit diesem Tag - Whale-Jan - genannt.

In den nächsten Wochen ist auch Nitrox-Tauchen auf Filitheyo möglich. Die Installation des entsprechenden Kompressors war im Laufen als wir nach zwei Wochen die Insel leider wieder verlassen mussten.

Resümee:

Die Tage sind wie im Flug vergangen. Es war einfach schön auf Filitheyo zu sein und wir können nur jedem empfehlen diese Insel zu besuchen. Die Tauchschule ist wirklich eine Klasse für sich und wird auch als erste Insel von Werner Lau´s Reich (aufgrund der Innovationsfreudigkeit von Stefan, ja logisch) das Nitrox-Tauchen anbieten. Wir wünschen uns, dass das Team erhalten bleibt (Werner!!!!!! - dies ist Dein Job).

Wehmütig werden wir uns mit einem Blick in die Web-Cam trösten müssen - aber Filitheyo - die Dritte - ist nicht ausgeschlossen.

Elisabeth, Robert, Bernhard und Klaus

Bei Fragen: klaus.haberl@teleweb.at

PS: Als ein ganz positiver Aspekt ist zu bemerken, dass die Korallen in vielfältigster Art und Weise wieder nachwachsen.

 

 

 

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